Hundeernährung und Verhalten: Wie Futter die psychische Gesundheit Ihres Hundes beeinflusst
Gesundheit betrifft beim Hund nicht nur den Körper, sondern immer auch die Psyche. Das Verhalten eines Hundes steht in engem Zusammenhang mit seiner Ernährung, seinem Stoffwechsel und seinem Hormonhaushalt. Eine ausgewogene, natürliche Fütterung kann maßgeblich dazu beitragen, Stress zu reduzieren, Aggressionen zu mindern und das allgemeine Wohlbefinden zu steigern.
Ernährung beeinflusst Stimmung und Verhalten beim Hund
Wir Menschen kennen es nur zu gut: Sinkt der Blutzuckerspiegel stark ab oder essen wir zu fettig und unausgewogen, wirkt sich das unmittelbar auf unsere Stimmung aus. Gereiztheit, Müdigkeit oder Nervosität sind oft die Folge. Ganz ähnlich geht es auch unseren Hunden.
Eine unausgewogene Ernährung kann zu Stimmungsschwankungen, Hyperaktivität oder erhöhter Reizbarkeit führen. Deshalb lohnt es sich, das Hundefutter genauer unter die Lupe zu nehmen.
Zusatzstoffe im Hundefutter und ihre Auswirkungen
Viele industriell hergestellte Fertigfutter enthalten Zusatzstoffe, Farb- oder Konservierungsmittel, die nicht nur den Verdauungstrakt belasten. Einige dieser Stoffe können sogar die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwinden – ähnlich wie Alkohol oder Drogen beim Menschen.
Mögliche Verhaltensauffälligkeiten durch ungeeignetes Futter sind:
erhöhte Aggressivität
Hyperaktivität
Nervosität
sprunghaftes oder unruhiges Verhalten
Gerade bei sensiblen Hunden kann sich die Futterzusammensetzung direkt im Verhalten widerspiegeln.
Eine Aminosäure macht den Unterschied: Tryptophan
Studien legen nahe, dass die Aminosäure Tryptophan eine entscheidende Rolle bei der Stressverarbeitung des Hundes spielt. Tryptophan ist eine essenzielle Aminosäure und muss über die Nahrung aufgenommen werden.
Warum ist Tryptophan so wichtig?
Tryptophan ist die Vorstufe von Serotonin – dem sogenannten „Glückshormon“. Ein erhöhter Serotoninspiegel kann:
Stress reduzieren
innere Ruhe fördern
Impulsivität hemmen
Aggressionsverhalten mindern
Hunde, die ausreichend mit Tryptophan versorgt werden, können belastende Situationen häufig gelassener bewältigen.
BARF und natürliche Fütterung als Grundlage
Was hat das nun mit dem Futter zu tun? Ganz einfach: BARF (Biologisch Artgerechte Rohfütterung) und andere naturbelassene Fütterungsformen bestehen aus frischen, unverarbeiteten Zutaten. Diese liefern dem Hund wichtige Nährstoffe, Vitamine und essenzielle Aminosäuren – darunter auch Tryptophan.
Das Nervensystem ist auf hochwertige Nährstoffe aus möglichst natürlichen Quellen angewiesen, um optimal zu funktionieren und das Verhalten positiv zu beeinflussen.
Gute natürliche Tryptophan-Quellen sind unter anderem:
Eier
Lamm
Ente
Tyrosin – der Gegenspieler von Tryptophan
Der Gegenspieler von Tryptophan ist die Aminosäure Tyrosin. Diese ist unter anderem in Mais und Soja enthalten. Futtermittel mit einem hohen Anteil dieser Zutaten liefern viel Tyrosin, was zu einem Abfall des Serotoninspiegels führen kann.
Das Ergebnis kann genau das Gegenteil sein:
gesteigerte Nervosität
erhöhte Erregbarkeit
geringere Stressresistenz
Da Mais und Soja häufig in hochverarbeiteten Fertigfuttern vorkommen, lohnt sich ein kritischer Blick auf die Zutatenliste – besonders bei verhaltensauffälligen Hunden.
Gesunde Schilddrüse – ausgeglichener Hund
Die Schilddrüse ist ein zentrales Organ für den Stoffwechsel und die Hormonproduktion. Schilddrüsenhormone beeinflussen unter anderem:
Wachstum und Entwicklung
Immunsystem
Muskelaufbau
Fettstoffwechsel
Energielevel und Verhalten
Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion beim Hund
Hunde mit einer Schilddrüsenunterfunktion zeigen häufig:
erhöhtes Schlafbedürfnis
Gewichtszunahme
Haut- und Fellprobleme
Antriebslosigkeit
Eine ausreichende Jodversorgung ist essenziell, da Jod ein wichtiger Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist. Bei Hunden mit Unverträglichkeiten gegen Seealgen können Jodtropfen eine Alternative sein – die korrekte Dosierung ist hierbei besonders wichtig.
Stress beim Hund – wenn Belastung krank macht
Akuter oder chronischer Stress kann Hunde genauso krank machen wie Menschen. Veränderte Lebenssituationen wie:
Umzug
neue Familienmitglieder
übermäßiges Training
fehlende Ruhephasen
können zu Stressreaktionen führen.
Typische Stresssymptome beim Hund sind:
Futterverweigerung
Durchfall
Rückzug
Verhaltensänderungen oder Aggression
Je früher Stressauslöser erkannt und – wenn möglich – beseitigt werden, desto schneller kann sich das Verhalten wieder normalisieren.
Natürliche Ernährung als Basis für einen ausgeglichenen Hund
Die Grundlage für einen entspannten, ausgeglichenen Hund ist eine artgerechte, naturbelassene Ernährung. Problematische Inhaltsstoffe wie:
künstliche Konservierungsmittel
gehärtete Fettsäuren
übermäßige Kohlenhydrate
minderwertige Proteinquellen
belasten den Verdauungstrakt und damit den gesamten Organismus – inklusive Psyche.
Diese Lebensmittel unterstützen Gesundheit und Psyche Ihres Hundes
Einige natürliche Futtermittel wirken sich besonders positiv auf Körper und Geist aus:
Knochenbrühe
Wärmt im Winter, kühlt als Eis-Snack im Sommer, liefert Kollagen für Gelenke und stärkt den OrganismusEnte
Reich an Tryptophan und Calcium, unterstützt starke Knochen und wirkt beruhigendEier
Hochwertiges, leicht verdauliches Protein, reich an B-Vitaminen, stärkt Verdauung und EnergiehaushaltRindfleisch
Harmonisiert den Organismus, liefert wichtige Aminosäuren, Fette und ProteineHeidelbeeren
Kleine Nährstoffbomben mit Antioxidantien, schützen die Zellen und können bei Durchfall helfenBrokkoli
Enthält Eisen und Antioxidantien, gekocht gut verträglich und auch für mäkelige Hunde geeignet
Diese und viele weitere natürliche Zutaten können zu einem ausgeglichenen Verhalten und einem gesunden Hund beitragen.
Wann sollte ein Tierarzt aufgesucht werden?
Bei plötzlichen oder starken Verhaltensänderungen wie:
unerklärlicher Aggression
Berührungsempfindlichkeit
starker Müdigkeit
Rückzug und sozialem Desinteresse
sollte immer ein Tierarzt hinzugezogen werden. Auch körperliche Erkrankungen können die Ursache für Verhaltensauffälligkeiten sein.
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