Öl im Napf – Sinn oder Unsinn

Um Zusätze ranken sich beim BARF schon viele Mythen, besonders wenn es darum geht, ob Öle zum Einsatz kommen sollen und wieso.

Öl
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    Manchmal wird behauptet, dass frei lebende Hunde oder Wölfe ja auch kein Öl bekommen. Das stimmt auch. Diese Aussage erklärt aber im Kern, wieso Haustiere Öl benötigen.

    Wir wollen euch einen kleinen Einblick geben, wieso wir bestimmte Öle im Bereich Hundeernährung einsetzen, welchen Sinn sie machen und warum viele Öle eben keinen Sinn machen. Dazu müssen wir zunächst auf die kleinste Ebene zurückgehen – die Zusammensetzung der Fettsäuren im Öl.

    Die Grundlage – Fettsäuren gesättigt oder ungesättigt

    Öle und Fette bestehen aus Fettsäuren. Dabei gibt es die gesättigten Fettsäuren und die ungesättigten Fettsäuren. Bei den ungesättigten Fettsäuren kann noch zwischen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren unterschieden werden. Mehrfach ungesättigte Fettsäuren werden dann weiter unterteilt in Omega – 3, Omega-6 u.s.w. Omega -n Fettsäuren.

    Was bedeutet gesättigt beziehungsweise ungesättigt?

    Der Unterschied liegt im molekularen Aufbau der Fettsäuren, sie bestehen aus einer langen Kette von Kohlenstoffatomen mit einem Säurerest. Zwischen den Atomen der Kette bestehen chemische Verbindungen, die Einfach- oder Doppelbindungen. Genau diese Verbindungen machen den Unterschied der einzelnen Gruppen aus.

    Bei Einfachbindungen hat jedes Kohlenstoffatom der Kette 2 oder 3 Wasserstoffatome an sich gebunden. Bei der Gruppe der gesättigten Fettsäuren gibt es nur Einfachbindungen. Alle Verbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen sind gesättigt, so dass kein weiteres Atom sich dazu gesellen kann. Das macht sie auch sehr stabil, da sie kaum reagieren können.

    Bei ungesättigten Fettsäuren kommen Doppelbindungen zwischen den Kohlenstoffatomen vor. Diese Doppelbindungen sind nicht vollständig mit Wasserstoffatomen besetzt und haben daher freie Bindungen offen. Das macht sie reaktionsfreudig und instabil. Je nachdem ob eine oder mehrere Doppelbindungen vorliegen spricht man von einfach oder mehrfach ungesättigten Fettsäuren.

    Die Doppelbindungen und somit die freien Bindungstellen der Fettsäuren erklären auch warum mehrfach ungesättigte Fettsäuren unter Sauerstoffeinfluss schnell oxidieren und ranzig werden können und das bei gesättigten Fettsäuren nicht so schnell passieren kann.

    Welche Fettsäuren brauchen wir bei BARF Ernährung?

    Es gibt bestimmte mehrfach ungesättigte Fettsäuren, die für Hunde und Katzen essentiell sind, also zwingend über die Nahrung aufgenommen werden müssen.

    Bei Hunden ist die Alpha-Linolensäure (ALA) essenziell. Sie können darauf zwar geringe Mengen Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) bilden, doch die Mengen sind so gering, dass auch diese beiden besser direkt über die Nahrung zugeführt werden sollten. Katzen sind dazu nicht in der Lage und brauchen EPA und DHA direkt aus dem Futter.

    Es ist wichtig zu wissen, dass Omega-3-Fettsäuren entzündungshemmend wirken können, wogegen Omega-6-Fettsäuren entzündungsfördernd wirken können.

    Nichtsdestotrotz sollten Öle mit ungesättigten Fettsäuren mit Bedacht genutzt werden. Ranzig gewordenen Öle belasten den Körper, fördern die Entstehung freier Radikale, welche die Zellen im Körper schädigen können. Das begünstigt die Entstehung von Leber- und Nierenerkrankungen, Bauchspeicheldrüsenerkrankungen und Krebs. Bei gesättigten Fettsäuren kann das nicht passieren. Wie bereits erklärt bleiben diese stabil.

    Gesättigte Fettsäuren in Form von Fett sollte beim BARF trotzdem nicht fehlen. Fette liefern wertvolle Energie, deutlich mehr als Kohlenhydrate oder Proteine. Bei BARF wird auf große Mengen Kohlenhydrate verzichtet und stattdessen auf Fett als Energielieferant gesetzt. Das kommt durch die natürliche Zusammensetzung der Beutetiere.

    Auch der Bedarf an den verschiedenen Fettsäuren lässt sich durch die Aufteilung von Beispielsweise Rehfett oder Kaninchenfett. Sie bestehen ungefähr zur Hälfte aus gesättigten Fettsäuren und enthalten meist nur einen einstelligen Prozentanteil mehrfach ungesättigter Fettsäuren. 

    Das sollte also auch die Basis für die Aufteilung der Fettsäuren im Napf der Hunde sein.

    Warum dann Öle bei BARF?

    Omega 6 Fettsäuren sind eher entzündungsfördernd und sollten daher nicht im Übermaß vorhanden sind. 

    Daher werden Öle verwendet, um eine Korrektur der Fettsäuren vorzunehmen. Da das natürliche Beutetier als Vorbild fürs BARFen dient, sollte auch ein Blick auf die Ernährung dieses Tieres geworfen werden.

    Nehmen wir das Reh als Beispiel. Ein Reh lebt im Wald und ernährt sich von Gras, Kräutern, Früchten und Samen. Schlachttiere aus Weidehaltung (nicht BIO) und Wildfleisch weist auch heute noch ein Omega-3 zu Omega-6-Fettsäurenverhältnis von circa 1:2,5 bis 1:5 auf. Das entspricht der natürlichen Aufteilung und bedarf keiner Korrektur.

    Welches Öl ist nun sinnvoll?

    Das Futter der Schlachttiere, die nicht ausschließlich auf der Weide standen, verändert auch die Zusammensetzung der Fettsäuren im Fettgewebe der Tiere. Zum Beispiel Rinder bekommen überwiegend Kraftfutter und Silage zu fressen, das verschiebt das Verhältnis auf etwa 1:13 oder noch höher. Die meisten Hunde bekommen Fleisch aus eben dieser konventionellen Haltung zu fressen. Das ist weder verwerflich noch schlecht, sollte jedoch berücksichtigt werden.

    Es sollte jedoch versucht werden, die natürliche Fettsäurenzusammensetzung zu erreichen.

    Öle werden also eingesetzt, um das natürliche Verhältnis der Fettsäuren herzustellen, welches durch falsche, nicht artgerechte Fütterung der Masttiere verschoben ist und nicht um Massen dieser instabilen ungesättigten Fettsäuren als Energielieferant zuzuführen.

    Um den angesprochenen Ausgleich zu schaffen, eigenen sich nur Öle mit einem überschüssigen Anteil an Omega 3 Fettsäuren oder wenigstens einem sehr engem Omega-3 zu Omega-6-Fettsäuren Verhältnis. 

    Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Distelöl oder Erdnussöl eignen sich leider überhaupt nicht für diese Zwecke. Sie weisen bis zu 150-mal mehr Omega-6 Fettsäuren auf als Omega-3. Bei einer derart großen Spanne kann keine Korrektur in Richtung Omega-3 Fettsäuren herbeigeführt werden.

    Tipp: Dazu geeignet sind vor allem Leinöl (Omega-3 Überschuss), Hanföl oder Fischöle.

    Pflanzenöle wie Sonnenblumenöl, Distelöl oder Erdnussöl eignen sich leider überhaupt nicht für diese Zwecke. Sie weisen bis zu 150-mal mehr Omega-6 Fettsäuren auf als Omega-3. Bei einer derart großen Spanne kann keine Korrektur in Richtung Omega-3 Fettsäuren herbeigeführt werden.

    Zu beachten gibt es aber auch noch die Form der Fettsäuren, z.B. DHA und EPA, welche für Hunde essenziell sind. Diese liegen vor allem in Fischölen in einer für Hunde direkt verwendbaren Form vor. In pflanzlichen Ölen kommen diese nicht direkt vor, sondern müssen von den Hunden umgewandelt werden. Die Umwandlung aus pflanzlichen Ölen ist möglich, aber sehr ineffektiv. Katzen sind dazu nicht in der Lage.

    Tipp: Eine geeignete Alternative zu Fischöl, welche auch DHA und EPA enthält wäre Algenöl und Krillöl.

    Omega-3-reiche Öle sollten nach dem Öffnen im Kühlschrank aufbewahrt werden, innerhalb von 6-8 Wochen verbraucht werden und wenn möglich mit Vitamin E als Antioxidationsmittel stabilisiert werden, um eine sehr rasche Lipidperoxidation (ranzig werden) zu verhindern.

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